Johannes Möbius und die Bordsteinrenner – neu

15.12.2013 Bordsteinrenner, Möbius 7 Kommentare

Ich gebe zu, es gab eine Zeit, da interessierte ich mich nicht sehr für die Kneterenner aus Berlin – wenn man die Tatsache, dass ich sie komplett ignorierte, so beschreiben kann. Die Rennwagen von Möbius waren die Ersten, die mir bei Ebay ab und zu über den Weg „fuhren“. Doch anfangs wurde mein Interesse durch den viel zu kleinen und platten Fahrer im Mercedes W196 Stromlinie gemindert. Aber mit der Zeit wuchs meine Neugier: Denn ich wusste, dass früher mit diesen Autos richtige Rennen auf den Straßen von Berlin gefahren worden waren – „getuned“ mit einer Knete- oder Bleifüllung.
Natürlich möchte ich immer wissen, woher weniger bekannte Autos kommen, wer diese herstellte und welche Modelle eventuell noch im Programm waren. Jedoch ist es bis heute nicht einfach, mehr über diese Nachkriegsautos zu erfahren.

Je intensiver man sich mit der Geschichte der Autos von Möbius beschäftigt, umso interessanter und manchmal auch rätselhafter wird sie. Meine eigenen Erkenntnisse basieren hauptsächlich auf den Modellen, die ich besitze oder die ich schon bei anderen Sammlern gesehen habe. Dazu habe ich schon im Juli 2013 einen Artikel verfasst und die These aufgestellt, dass bestimmte Möbius-Autos eventuell gar nicht von Möbius selbst stammen könnten. Denn vom Mercedes W25, W196 Monoposto und Stromlinie gab jeweils zwei Modelle gab, die sich zum Teil erheblich unterscheiden. Daher glaubte ich, einem noch unbekannten Hersteller auf der Spur zu sein. Jedoch musste ich diese These aufgeben – auch  wenn einige Rätsel bestehen bleiben … Es gibt ziemlich eindeutige Beweise, dass alle von mir hier erneut vorgestellten Modelle tatsächlich von Johannes Möbius gefertigt wurden.

Die Geschichte dieser Autos ist aber auch wirklich kompliziert: Die Firma Möbius war keineswegs ein Spielzeug- oder ein Modellautohersteller, wie wir das von Märklin oder Meccano mit seinen Dinky Toys kennen. Johannes Möbius war ein Werkzeugmacher, der die Formen für die Modelle fertigte. Ohne Marketing, wie wir es heute kennen, und ganz sicher auch ohne Vertriebsabteilung. Der Formenbauer brauchte also Partner, die den Vertrieb und später sogar die Herstellung übernahmen.

Die Kenntnisse über die Personen, mit denen Möbius damals zusammenarbeitete, verdanken wir heute ausschließlich Axel Kirchner. Er begann Ende der 1990er Jahre intensiv zu recherchieren. Schnell stellte er fest, dass es schwierig werden würde, etwas über den Hersteller der Bordsteinrenner herauszufinden. Er befragte viele Händler in Berlin, recherchierte im Landesarchiv, in der Landesbibliothek, beim Patentamt, bei der IHK und in alten Spielzeugläden – vergeblich. Doch er gab nicht auf und durchforstete das Archiv des Verlages Meisenbach in Bamberg, dem Herausgeber des Fachmagazins “Das Spielzeug”. In den Jahrgängen der 1950er Jahre stieß er schließlich auf Neuvorstellungen und Werbeanzeigen mit Fotos der gesuchten Spielzeugautos aus Berlin. Doch die Inserenten waren ein gewisser Theodor Volz und später Karl Wagner. Kein Möbius! Schließlich gelang es Axel Kirchner, im Jahr 2000 mit Karl Wagner in Berlin in Kontakt zu treten, ihn in seiner Wohnung in Berlin-Steglitz zu besuchen und zu befragen. So verdanken wir dem Autoren des Artikels “Schieberenner – Rundenjagden vor der Haustür” in der Spielzeug-Revue 6/2000 das Wissen über die Akteure. Und über die Umstände der Möbius-Geschichte, die ich hier nun nochmals versuche darzustellen, kombiniert mit dem Wissen über die vielen Modellversionen.

 

Von Karl Wagner wissen wir, dass zunächst der Kaufmann Theodor Volz einen Mercedes W25 aus Zinkdruckguss von Möbius herstellen ließ, den er dann über seinen Groß- und Einzelhandel in Berlin-Reinickendorf verkaufte. Seine Werbeanzeige in der Fachzeitschrift “Das Spielzeug” mit einem W25 erschien im Februar 1952 und nochmals 1954. Da Volz ausschließlich Händler war, bezog er vermutlich nur Komplettfahrzeuge von Möbius. Aber es ist nicht sicher, ob Möbius diese Fahrzeuge auch komplett selber herstellte. Für mich persönlich ist auch nicht klar, ob dieses erste Modell tatsächlich von Möbius modelliert wurde oder ob dieser die Form dafür gekauft hatte. Dazu später mehr. Die ersten Modelle gab es “in leuchtenden Farben” und vernickelt, wie Volz sie in der Anzeige bewarb. Tatsächlich habe ich neben den silbernen schon rote, blaue, grüne und beige Exemplare gesehen. Etwas teurer waren die vernickelten Versionen. Typisch für die Autos aus der Volz-Ära sind die schwarzen Startnummern auf weißem Rechteck mit schwarzem Rand, die am Heck hinter dem Fahrersitz angebracht waren. Außerdem sind auch die Felgen, gut zu erkennen auf dem Foto in “Das Spielzeug” 1952, typisch für diese Zeit.

Mitte der 1950er Jahre musste Volz sein Geschäft und damit den Verkauf der Autos aufgeben. Karl Wagner übernahm die Gussform des W25 und vertrieb diesen weiter. Doch dabei blieb es nicht. Bald erweiterte Wagner das Sortiment durch den Mercedes W196 Stromlinie und W196 Monoposto, stellte diese wiederum in “Das Spielzeug” 1957 vor und bewarb diese mit einer Anzeige. Zu sehen ist der kleine W196 mit dem Berlin-Wappen. Dieses Modell gab es auch mit Startnummern, so wie sie auch der W196 Monoposto hatte. Alle Autos hatten nun die von mir so genannten “Strichfelgen”. Die Formen für diese Modelle kamen wieder von Möbius.

Karl Wagner war wohl ein sehr rühriger Unternehmer, der dem Verkauf der Bordsteinrenner von Möbius einen gewissen Aufschwung verlieh. Und später dann die Produktion in die eigenen Hände nahm. Für seine Produktion in der Lichterfelder Dürerstraße schaffte er sogar eine Spritzpistole mit Kompressor an, um das Lackieren zu vereinfachen. Als Möbius mit seinem Kleinbetrieb in finanzielle Schwierigkeiten geriet und seinen Betrieb schließen musste, ersteigerte Wagner die Gussformen von Möbius und produzierte selber weiter.

Irgendwann zwischen 1957 und 1961 erfolgte ein abrupter Modellwechsel. Der W25 wurde neu modelliert. Auf sehr ähnlich Weise, jedoch in einer sehr viel schlechteren Qualität. Daneben wurden beide W196 Versionen durch neue ersetzt. Der W196 Stromlinie wuchs zu beachtlicher Größe. Vorher  9,6 cm lang, war der W196 nun mit 11,4 cm ein begehrtes Modell bei den Kindern in Berlin und bestens geeignet für die Bordsteinrennen. Die Monoposto-Version war um 6 mm geschrumpft, hatte aber nun eine gefälligere Form, die näher am Original war. Zunächst wie sein Vorgängermodell noch ohne Rückspiegel, wurde sie aber schon bald mit solchen ausgestattet.

Ein weiteres besonderes Merkmal dieser Modellgeneration ist die Markung der W196-Versionen in der Unterseite mit “Möbius ges. gesch. Berlin”. Außerdem besaßen alle Modelle neue Felgen – nicht mehr mit dem kleinen Strich, sondern einer leichten Gussnaht, die als Linie über den ganzen Durchschnitt läuft. Die angedeuteten Bremstrommeln haben nun innen Rillen, die wohl Bremsscheiben andeuten sollen. Auch die Startnummern des W196 hatten sich geändert: nun weiße Zahlen auf schwarzem Rechteck mit runden Ecken. Die Rechtecke waren etwas länglicher und es wurde eine andere Typo verwendet.

Der plötzliche Modellwechsel ist rätselhaft und es könnte verschiedene Gründe dafür geben. Die Formen für die Fahrzeugkörper und Felgen könnten verlorengegangen oder zerstört worden sein, zum Beispiel durch einen Brand in der Gießerei. Aber das ist natürlich nur Spekulation und Karl Wagner hätte ein solch einschneidendes Ereignis sicher Axel Kirchner gegenüber erwähnt. Ich bin mir aber sicher, dass es sich hier nicht einfach nur um Modellpflege gehandelt hat. Denn dann hätte man wohl eher weitere andere Modelle herausgebracht und nicht die gleichen. Die Felgen der Vorgängermodelle hätte man auch gut für die neuen Modelle nutzen können. Und warum schließlich sollte man die Form des W25 durch eine qualitativ schlechtere ersetzen?

An dieser Stelle muss man auch fragen, warum ist die neue Form des W25 so schlecht? Die neue Form wirkt gegenüber der ursprünglichen sehr grob. Die Fahrzeugwände sind dicker. Die Linien, welche die Motorhaube markieren sowie die Kühlerrippen sind schief und krumm. Die Form wurde weiter vereinfacht. Die Silhouette vom Fahrersitz zum Heck ist fast nur noch eine Linie und kein Bogen mehr. Die Reihen der Lüftungsschlitze sehen unordentlich aus. Statt 23 finden so nur noch 17 Platz in einer Reihe. Der Fahrersitz ist sehr viel kleiner als der des Vorgängers. Hatte Johannes Möbius seine Fähigkeiten als Formenbauer spontan verloren oder entsprach dies genau seinen Fähigkeiten? Oder stammt diese neue Form nicht von Möbius direkt, sondern von einem seiner Mitarbeiter?

Die erste Form des W25, der von Volz vertrieben wurde, besitzt außerdem eine verblüffende Ähnlichkeit zu einem Modell eines anderen Herstellers. Es ist der Mercedes W25, den wir mit seiner Bezeichnung KB4 heute Karl Bub zuschreiben. Beide Modelle sind sich so ähnlich, dass man sie fast als Zwillinge bezeichnen könnte. Ein paar Unterschiede gibt es freilich. So ist das Auto von Möbius etwas kleiner. Aber skaliert man den Wagen von Möbius auf die Größe des KB4, so sind in der Draufsicht keine Unterschiede zu sehen. Im Profil fällt lediglich auf, dass der kleinere Möbius keine Lüftungsschlitze hinter den Vorderrädern auf der unteren Form besitzt, so wie der KB4. Wahrscheinlich böte die Verkleinerung auch kaum Platz für dieses Detail. Die Qualität der beiden Versionen ist etwa gleich. Auch wenn der KB4 häufig an der Zinkpest leidet und man heute nur schwer intakte Exemplare findet.

Die Ähnlichkeit des KB4 mit dem W25 von Möbius kann kein Zufall sein. Und wenn man sich die Interpretationen des W25 anderer Hersteller ansieht, beispielsweise von Dinky Toys oder von Märklin, muss man von einer Verwandtschaft des W25 von Möbius mit dem KB4 ausgehen.

Bemerkenswert an dieser Stelle sind auch die übereinstimmenden Interpretationsfehler, wie beidseitiger Auspuff und extrem hochgezogener Kühler. Und wenn man sich nun noch den Qualitätsunterschied zwischen der ersten und zweiten Version des W25 von Möbius vor Augen hält, könnte man annehmen, dass der KB4 und das Modell von Volz (also die erste Möbius-Version) beide aus einer Hand stammen. Das ist nicht undenkbar, denn entweder hat Möbius möglicherweise vor seiner Selbständigkeit für die Firma gearbeitet, die den KB4 hergestellt hat. Oder ein unbekannter Formenbauer einer Gießerei hat beide Formen angefertigt. Aber vermutlich wird sich dieses Geheimnis nicht mehr lüften lassen.

Dass Karl Wagner die Produktion etwa 1960/61 auslaufen ließ, hat verschiedene Gründe: Zum einen waren die Modelle veraltet und zu teuer. Zum anderen gab es in den neuen Betriebsräumen Wagners in der Sedanstraße keine Möglichkeit mehr, Lackierarbeiten durchzuführen.

Damit beendet Karl Wagner das Kapitel Möbius. Doch um 1962/63 taucht Johannes Möbius an neuem Standort, Weichselplatz 3, wieder auf. Und wieder gibt es die Möbius-Autos, denen nun ein Fahrer eingearbeitet wurde. Erstaunlich daran ist die Tatsache, dass es sich um die Formen handelt, die Wagner ein paar Jahre zuvor von Möbius ersteigert hatte. Wie kamen diese nun wieder in den Besitz von Möbius? War der Formenbauer wieder in der Lage, seine Formen zurückzukaufen?

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Denn es war Möbius, der diese Autos mit Fahrer herstellte. Das ergibt sich aus der Tatsache, dass es zum einen neue Modelle gab, wie einen Ferrari und einen Porsche, die mit “Möbius Berlin” gemarkt waren. Zum anderen wurde die Markung “Möbius ges. gesch. Berlin” am W 25 und an der Stromlinienversion des W 196 durch die Umarbeitung komplett beseitigt und an anderer Stelle erneut angebracht. Aber ohne den Mittelteil “ges. gesch.”. Beim W 196 Monoposto, wo sich die Markung nicht an der Unterseite des Sitzes befand, sondern unter der Motorhaube, wurde nur dieser Mittelteil grob unkenntlich gemacht. Beim W25  mit Fahrer gab es zunächst zwei Änderungen. Der Mittelteil der alten Markung wurde unkenntlich gemacht , der Sitz an der Unterseite komplett beseitigt und die Markung, um 90° gedreht, erneut angebracht. Die Beseitigung des Sitzteiles an der Unterseite erfolgte sicher zum Zwecke der Materialeinsparung.

Beim W196 mit Fahrer in der Stromlinienversion führte die Beseitigung des Sitzes an der Unterseite auch zur Beseitigung der Markung am Sitz. Da die erneute Markung nicht sofort nach der Umarbeitung erfolgte, gibt es heute sehr seltene Übergangsmodelle des W196 Stromlinie ohne Markung. An diesen Modellen gibt es auch keine Spuren der Beseitigung der neuen Markung an anderer Stelle.

Alle Autos mit Fahrer besaßen nun Felgen, die außen vollkommen glatt waren und innen konisch zu den Achsen zusammen liefen. Die Reifen waren jetzt schmaler und hatten ein Rillenprofil.

Nur Johannes Möbius konnte ein Interesse haben, seine Modelle zu markieren, so wie es ja auch schon zu Wagners Zeiten war. Es ist deshalb anzunehmen, dass er zumindest die Formen für die neuen Modelle mit Fahrer angefertigt bzw. umgearbeitet hat. Aber auch wenn man heute meist Modelle mit Fahrer findet, wissen wir über diese Zeit am wenigsten. Wir wissen nicht, wie oder von wem die Autos vertrieben wurden. Wagner kannte die Modelle des Ferrari und des Porsche nicht, als Axel Kirchner ihm diese zeigte. Bis Mitte der 1960er Jahre konnte Johannes Möbius seinen Betrieb für Werkzeug und Druckguss noch aufrecht erhalten. Danach verliert sich jede Spur zu seinem Betrieb und seiner Person.

Die letzte Ära der Möbius-Autos würde ich als Post-Möbius-Zeit bezeichnen. Denn bei den jüngsten Modellen, die sich zeitlich schwer einordnen lassen, wurde der Name Möbius “ausradiert”. Möbius hatte also offensichtlich mit der Herstellung dieser letzten Exemplare nichts mehr zu tun. Es gibt nachweislich den W196 Monoposto mit Plastikfelgen und der Markung Berlin. Schließlich verschwand auch der Name Berlin von den Unterseiten der Autos. Diese Modelle, wie der Porsche, der W196 Monoposto und auch der noch immer hergestellte W 25, besaßen Plastikfelgen und oft auch sehr präzise gearbeitete große schmale Profilreifen.

Noch ein paar Erläuterungen zu den Markungen der Möbius-Autos, die ich hier im Text nur hier und da erwähnt habe:
Die erste Möbius-Form des W25 besaß vermutlich nie eine Markung. Jedenfalls sind solche Exemplare nicht bekannt. Auch die beiden ersten W196, die später von Wagner vertrieben wurden, hatten keine Kennzeichnung. Erst die neuen Modelle, nach ca. 1958 in der Wagner-Zeit, bekamen die Markung “Möbius ges. gesch. Berlin”. Allerdings wurde die neue Form des W25 möglicherweise erst sehr spät mit einer Markung versehen. Diese W25 mit der kompletten Markung “Möbius ges. gesch. Berlin” sind deshalb so selten, dass man annehmen muss, dass es Sie vielleicht nie gab. Und da auch ich kein solches Exemplar besitze, kann ich es hier auch leider nicht zeigen.

Dann wurden die Modelle um ca. 1962 von Möbius umgearbeitet und erhielten einen Fahrer. Der mittlere Teil “ges.gesch.” wurde bei den vorhandenen Markungen unkenntlich gemacht. So beim W196 Monoposto und auch beim W25. Der W196 Stromlinie wurde gleich derart umgebaut, dass auch der nun unnötige Fußraum auf der Unterseite beseitigt wurde. Damit verschwand aber auch die Markung, die an diesem Fußraum angebracht war. Da die Markung erst etwas später an anderer Stelle angebracht wurde, gibt es seltene Exemplare des großen W196, die keine Markung besitzen.

Ähnlich verfuhr man nach einer Weile auch beim W25. Da der Sitz mit einem Fahrer ausgefüllt wurde, war ein Fußraum nicht mehr notwendig. Bei der Beseitigung wurde auch hier die ursprüngliche Markung beseitigt. Hier wurde sie aber sofort und an gleicher Stelle erneut angebracht. Allerdings um 90° gedreht. Die neuen Modelle Ferrari und Porsche, die ebenfalls in dieser Zeit entstanden, erhielten von Anfang an die Markung “Möbius Berlin”.

Später, vermutlich als Möbius mit seinen Schöpfungen nichts mehr zu tun hatte, wurde erst der Name “Möbius” und später auch das “Berlin” von den Autos entfernt.

Und hier noch ein paar Fotos seltenerer Exemplare wie die farbigen W196, die es so auch als Monoposto-Version gab und die in der kürzesten Möbius-Periode (ca. 1956–1958) hergestellten W196 unter Wagners Regie.

Dieser W196 mit den Kühlrippen besitzt Reifen, die als Ersatzreifen von Märklin unter der Nummer 8153 verkauft wurden. Diesen Hinweis gab mir Axel Kirchner. Interessant ist aber auch, dass ich zwei Exemplare dieses W196 mit diesen Reifen besitze, die ich unabhängig von einander gekauft habe. Außerdem habe ich auch schon einen W 25 aus der gleichen Zeit mit den gleichen Reifen gesehen. Für diese Besonderheit könnte es verschiedene Erklärungen geben. Etwa, dass solche Reifen eine besondere Art des Tunings war und es viele Nachahmer gab. Vielleicht hat auch Wagner während eines Engpasses der normalerweise verwendeten Reifen nach einer Zwischenlösung gesucht und griff dann auf die Reifen von Märklin zurück. Gegen die erste These spricht aber der Zustand des hier abgebildeten W196 Monoposto. Er ist nahezu unbespielt. Und die zweite These lässt sich natürlich nicht mehr beweisen. So bleibt wohl auch dies ein Rätsel, welches wir, wie einige andere im Zusammenhang mit Johannes Möbius, vermutlich nicht mehr lösen werden.

An dieser Stelle möchte ich noch Axel Kirchner für die vielen ausführlichen E-Mails mit umfangreichen Informationen zur Möbius-Geschichte kollegialen herzlichen Dank sagen. Schließlich haben seine Recherchen die Grundlagen zur Möbius-Geschichte gelegt. Seine wertvollen Hinweise vervollkommnen das Bild und machen es überhaupt erst möglich, dass die Geschichte Möbius so erzählt werden kann.

 

 

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Alle Kommentare
  • Jürgen Jenrich

    22.12.2013, 22:32 Uhr

    Hallo Herr Spengler, eine ganz tolle und spannende Darstellung mit sehr aussagekräftigen Fotos. Einfach Spitze!!!
    MfG und schöne Weihnachten aus Berlin.
    Jürgen Jenrich

  • Lexie

    14.01.2014, 01:58 Uhr

    Your web site is without doubt the very BEST i have ever seen in documentation, photography, and detail.
    I assume you have made a book or are planning to publish a book?
    You are outstanding!

  • michael, kuhlmann

    09.12.2014, 16:30 Uhr

    Sehr geehrter Herr Spengler,
    bin begeister von ihrer website, danke fuer so viel Informationen.
    Ich habe einen Bordsteinrenner aus Aluminium mit Rädern ebenfalls aus Alu.
    Es ist ein Autounion Rennwagen, ca.11cm lang.
    Ich hätte so gerne mehr Informationen über das Modell, und würde ihnen gern ein paar Bilder senden.
    Mit freundlichem Gruß, m.kuhlmann

    • Michael Spengler

      09.12.2014, 17:11 Uhr

      Hallo Herr Kuhlmann,
      es freut mich natürlich, dass Ihnen mein Blog gefällt. Zu Ihrem Bordsteinrenner folgendes: Wenn es das Auto ist welches ich vermute, werde ich Ihnen wahrscheinlich auch nicht weiterhelfen können. Aber gerne können Sie mir Fotos Ihres Exemplares zuschicken. Dann werde ich Ihnen sicher mehr oder weniger dazu sagen können.
      info@vintage-racing-cars.com

  • Wolfgang Lux

    13.03.2015, 17:56 Uhr

    Hallo Herr Spengler,
    ein „Klasse-Beitrag“ zu den Kneterennern. Ich habe selbst mit diesen Rennern am Bordstein gespielt. In Berlin-Kreuzberg 50iger Jahr, mein Vater hat uns auch Blei zur besseren „Straßenlage “ hineingegossen.
    In Ebay habe ich in den letzten Jahren 2 Modelle ergattern können. Einfach erstaunlich mit wieviel Details sie Ihren Beitrag zusammengestellt haben. Schon fast eine Diplomarbeit. Woher haben Sie die Modelle, sehen sehr sehr gut erhalten aus.
    Besten Dank noch einmal für diese professionellen Ausführungen
    Mit Grüßen aus Berlin
    Wolfgang Lux

  • N. Papadopoulos

    23.08.2016, 11:42 Uhr

    Hallo Herr Spengler, wann der Porsche – Möbius Berlin mit der Rennummer zwo, sich in mein Spielzeug meiner Berliner Kindheitstage einschlich, weiss ich nicht. Aber das ich Knete für eine bessere Strassenlage (instinktiv richtig) in die Karosserie drückte schon.
    Es klingt nach fast 55 Jahren lieblos, aber kann ich für das gute Stück so richtig Knete machen?

    • Michael Spengler

      23.08.2016, 16:42 Uhr

      Hallo Herr Papadopoulus, also als Wertanlage sind die Möbius-Renner eher nicht geeignet. Für einen guten Preis sollten sie außerdem gut erhalten sein. Originaler Lack, Startnummern und originale Felgen und Reifen wären da schon wichtig. Und um eine preisliche Einschätzung geben zu können, muss man das Auto natürlich auch sehen. Vielleicht haben Sie ja ein Foto zur Hand?